Bitcoin Anfängerkurs

Bitcoin Mining

Ein weit verbreiteter Irrtum unter Neulingen in der Welt von Bitcoin und Blockchain ist, dass man mit dem Miningprozess neue Bitcoins erschaffen würde. Betrachtet man das deutsche Wort für “mining” erkennt man allerdings schnell, dass dabei etwas anderes passiert.

Konzept ist nicht sehr anfängerfreundlich

Das Konzept des Minens kann für Anfänger verwirrend sein und schwer zu verstehen. Da das hier ein Anfängerkurs ist, bei dem ich auch technisch nicht so sehr versierten Personen Bitcoin und Blockchain nahebringen möchte, gehe ich gerade beim Thema Mining nicht all zu tief ins Detail.

Am Ende des Kurses gibt es noch eine Liste mit Links, die ich für weitere Recherche empfehle, für alle diejenigen, die tiefer in die Materie einsteigen wollen.

Man kann Bitcoin nicht vervielfachen

“Abbauen” ist das deutsche Wort für mining, und genau das ist mehr oder weniger auch damit gemeint. Man erstellt nämlich keine neuen Bitcoins, sondern man baut nur eine bereits im Vorfeld festgelegte Höchstmenge an Bitcoins ab und fügt diese damit dem Markt hinzu.

Die Obergrenze an Bitcoins liegt bei 21 Millionen. Man geht allerdings davon aus, dass ca 4-7 Millionen Bitcoin bereits für immer unzugänglich sind, da diese auf Wallets liegen, bei denen die Besitzer den Private Key oder den Seed verloren haben. Damit kommt man an diese Bitcoins nie wieder heran.

Ein Bitcoin besteht allerdings aus 100 Millionen Satoshi. Ein Satoshi ist also die kleinste Einheit in die man Bitcoin aufteilen kann.

Zum Zeitpunkt als dieses Kapitel des Kurses entsteht (6 September 2018) sind 17.252.937 von den 21 Millionen Bitcoin bereits im Umlauf.

Was sind Miner?

Um es anschaulicher zu machen vergleiche ich im Kapitel “Was ist Bitcoin” Miner mit Buchprüfern, die die einzelnen Blöcke (Seiten im Buch) prüfen.

Ohne Miner würde es keine Transaktionen geben können, da diese dafür zuständig sind sowohl die Transaktionen zu prüfen, als auch neue Blöcke zu finden und sie inklusive der Transaktionen innerhalb dieses Blocks an der Blockchain anzubringen.

Blöcke finden

Blöcke müssen “gefunden” werden. Um einen Block zu finden, müssen alle Miner gleichzeitig eine sehr schwierige Matheaufgabe lösen. Der Miner, der sie als erstes löst und damit den Block findet, bekommt dafür eine Belohnung in Höhe von derzeit 12,5 Bitcoin.

Je mehr Miner an diesem Prozess teilnehmen, desto schwerer wir die Aufgabe zu lösen sein. Um ehrlich zu sein sind diese Matheaufgaben so kompliziert, dass die Rechenleistung nur dafür verwendet wird den Hashwert, der das Ergebnis darstellt, zu erraten. Je mehr “Hashrate” also ein Rechensystem (Desktop Computer, Server, Serverfarm) hat, desto mehr Ergebnisse kann dieses System pro Sekunde ausprobieren. Dementsprechend erhöht sich mit steigender Hashrate auch die Chance den Block zu finden. Man kann allerdings auch mit einer sehr geringen Hashrate durch Zufall den Block finden und die Belohnung kassieren, die Chancen dafür sind allerdings verschwindend gering.

Ungefähr alle 10 Minuten wird ein neuer Block gefunden. Dementsprechend kommen derzeit alle 10 Minuten 12,5 neue Bitcoin in Umlauf. Das sind ca. 1800 neue Bitcoin pro Tag.

Halving

Um das Marktgleichgewicht einer Kryptowährung aufrecht zu erhalten, gibt es das “halving” (Halbierung). Hierbei wird die Belohnung die man für das Finden eines Blocks erhält alle 210.000 Blöcke halbiert. Das nächste Halving wird wahrscheinlich im Jahr 2020 stattfinden. Ab dann erhält ein Miner für einen gefundenen Block “nur noch” 6,25 Bitcoin.

Difficulty

Wie kompliziert die Rechenaufgabe ist, hängt auch immer davon ab, wie viele Computer im Bitcoin Netzwerk dabei sind, die Aufgabe zu lösen. Je mehr Rechenleistung zur Verfügung steht, desto komplizierter wird die Aufgabe.

Dementsprechend war es in den Anfangsjahren des Bitcoins sehr einfach möglich alleine mit der Rechenleistung des eigenen Computers mehrere Blöcke pro Tag zu minen. Da der Bitcoin zu dieser Zeit aber nur wenige Bruchteile eines Cents wert war, hatten nur Personen mit technischem Interesse die Ambitionen diese neue Technologie auszuprobieren.

Selber Minen

Jeder, der über einen Computer verfügt, kann in der Theorie auch Miner werden. Es gibt eine sehr große Auswahl an Mining Scripts und Programmen. Doch Vorsicht! Öfter verbirgt sich dahinter eine Schadhafte Software. Dementsprechend sollten Sie immer vorsichtig sein und lieber vorher auf Google nach Bewertungen und Meinung für das Programm suchen, das Sie benutzen möchten.

Hardware

Gängig für das Minen sind mittlerweile mehrere zusammen geschaltete Grafikkarten oder sogenannte ASIC Miner. Ein ASIC Miner ist ein Prozessor der nur für den einen Coin Algorithmus (bei Bitcoin ist das der SHA256) hergestellt wurde und nur diesen berechnen kann.

Mininpool

Die meisten Menschen, die sich dem Mining gewidmet haben, machen an einem “Mining Pool” mit. Dort wird die Rechenleistung aller Teilnehmer zusammen geworfen, um die Chance zu erhöhen, als Pool gemeinsam einen Block zu finden. Wird der Block tatsächlich gefunden, wird die Belohnung auf alle Teilnehmer entsprechend ihrer zur Verfügung gestellten Rechenleistung anteilig aufgeteilt.

Cloudmining

Es gibt auch Anbieter, bei denen man sich einen Server oder eine Serverfarm zum Minen von Bitcoin und anderen Token mieten kann. Man geht einen Vertrag ein, der meistens 2-3 Jahre bindend ist, zahlt pro Monat dann eine entsprechende Mietgebühr, meistens mit Zusatzkosten, und bekommt einen Login Zugang zu den Servern um entsprechende Coins mit viel Rechenleistung zu minen.

Da der Mietpreis der Cloudmining Anbieter sich allerdings weder an dem orientiert, wie viel Sie selbst an Coins damit verdienen oder wie viel Wert die Coins derzeit sind, ist es meistens reine Spekulation, dass der Coin den man dort mined hoffentlich in Zukunft an Wert gewinnt und dadurch die bereits entstandenen Kosten wieder rein holt.

Viele Cloudmining Anbieter sind außerdem in Verruf geraten durch Sonderkündigungen und Konditionsänderungen. Wir raten also davon ab.

Mining ist für Anfänger nicht mehr rentabel

Wenn Sie jetzt auf die Idee kommen, es wäre doch ganz nett eine der vielen verfügbaren Programme zu downloaden und Bitcoin oder eine andere Kryptowährung mit dem Computer zu minen, möchten wir Ihnen hier leider bereits die Luft aus den Segeln nehmen. Sie zahlen wahrscheinlich drauf.

Mit der Rechenleistung ihres Computers werden Sie es schwer haben bei den meisten Mining Pools überhaupt in der Statistik aufzutauchen. Das lohnt sich also definitiv nicht.

Einen neuen ASIC Miner zu kaufen (denn nur die neuen lohnen sich von der Leistung her überhaupt) und damit ins Mining Geschäft einzusteigen ist ebenfalls nur ein Weg um viel Geld auszugeben. Denn ein neuer Miner kostet um die 2000 – 3000 Euro und verbraucht alleine jeden Tag um die 40-60 Euro an Strom. Außerdem, da diese Prozessoren sehr gut gekühlt werden müssen, sind die jeweils angebrachten Lüfter so laut, als würde man einen Turbostaubsauger im Zimmer haben, der durchgehend an ist.

Bei Programmen für Ihren Computer sollten Sie übrigen vorsichtig sein, da viele der angebotenen Programme auch Viren und Trojaner enthalten die Ihre Coins stehlen wollen. Wenn Sie also nicht über das technische Know How verfügen, raten wir Ihnen vom Mining erst einmal ab.

Im nächsten Kapitel behandeln wir die Frage, wie und wo man seine ersten Bitcoin kaufen kann.